Dschinn/Jinn جن

Jinn ist eine jordanische Fantasy-Serie aus dem Jahr 2019 mit insgesamt 5 Folgen a 30 Minuten.

Thema: Außenseiter bringt Dschinn mit vom Schulausflug

©️Netflix

Als ich das erste Mal von der Serie hörte, war ich sofort interessiert. Jedoch verunsicherten mich die schlechten Bewertungen im Netz. Spontan beschloß ich der Serie eine Chance zu geben.

Worum geht es in Jinn?

Eine Klasse macht einen Schulausflug in die jordanische Ruinenstadt Petra. Vor Ort angekommen, ergründen die Schüler die verschiedenen Schlupfwinkel auf eigene Faust. Dabei gerät der Außenseiter Yassin in einen Streit mit der den Ton angebenden Clique und wird hilflos zurückgelassen. Rettung erfährt er durch die Mitschülerin Vera, die ein starkes Interesse an ihm hegt.

Parallel dazu macht Mira eine übernatürliche Begegnung mit dem Dschinn Keras. Dieser versichert ihr, dass ihre Freunde in Gefahr sind und sie die einzige ist, die sie retten kann. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Lohnt sich die Serie?

Die Serie weiß von der ersten Minute an sehr gut zu unterhalten. Man erfährt schnell viel über die wichtigen Charaktere und ihr Verhältnis untereinander. Das ganze geschieht vor dem Hintergrund von sehr schön ausgewählten Kulissen in Petra und der Hauptstadt Amman. Dabei fällt sehr schnell auf wie aufwendig die Serie produziert ist.

Ich hatte mich sehr darauf gefreut meine erste arabische Serie sichten zu können. Jedoch fiel mir sofort auf, dass sie komplett an westliche Massstäbe angepasst ist. Die kiffenden Schüler und ihre heimlichen Alkoholpartys. Die jungen Männer, die davon träumen ihre Freundinnen ins Bett zu bekommen. Die wilden Partyexzesse und das spontane rum knutschen. Zudem fällt auch kein Wort über Religion und es läuft auch nur selten eine Dame mit Kopftuch durch das Bild. Das mag für den westlichen Zuschauer sehr unterhaltsam sein, jedoch untergräbt es leider sehr die arabische Mentalität. Beim Sichten wurde mir dadurch sehr schnell klar, warum die jordanische Regierung die Serie auf Grund von Jugendgefährdung verbieten lassen wollte und woher die vielen schlechten Internet-Bewertungen stammen.

Das reale Alltagsbild gibt kaum etwas vom arabischen Leben preis. Jedoch nutzt die Serie die Chance um mit voreingenommenen Klischees aufzuräumen. Wir haben eine starke und selbstbewusste junge Frau als Hauptfigur mit einem liebenden Vater. Wir haben einen schlagenden Stiefvater, der mit Tattoos übersät ist und nur im Unterhemd herumläuft. Wir haben als einzige Respektsperson eine Lehrerin. Weiterhin bleibt die Serie durch die westliche Vorlage ohne große Überraschungen. Alle Stereotypen sind vertreten: die Kämpferin, der Nerd, der Außenseiter, die coolen Jungs, die zickige Freundin und die Verführerin.

Die übernatürliche Geschichte macht sehr viel Spaß und weiß zu unterhalten. Es ist erfrischend, dass hierfür mit dem Dschinn ein Wesen aus der tief verwurzelten arabischen Mythologie gewählt wurde, dass bereits im Koran Erwähnung fand. Die Jagd nach dem bösen Dschinn gestaltet sich durchaus unterhaltsam und bietet einige komische wie tragische Momente.

Mein einziger Kritikpunkt ist wieder das klassische Netflix-Problem. Die Serie stoppt gefühlt inmitten der Handlung und man wird ohne Antworten entlassen. Sicher ist nur, dass man jetzt verzweifelt auf eine zweite Staffel warten muss. 7/10 Punkte.

Fazit

Wer die Serie als Fantasy-Serie betrachten möchte, wird ordentlich auf seine Kosten kommen und Spaß haben. Sucht man nach der arabischen Alltagskultur wird man enttäuscht. Insgesamt weiß die Serie durchaus zu unterhalten und ist äußerst kurzweilig. Die Geschichte ist spannend und macht den Weg für eine noch spannendere Fortsetzung frei. Ich hoffe, dass die auch kommen wird.

Jinn eignet sich wunderbar für Freunde jugendlicher Fantasy wie auch bei The Order oder The Vampire Diaries.

Interessierte können die Serie auf Netflix streamen.

Darsteller: Salma Malhas als Mira, Hamza Abu Eqab als Keras, Sultan Alkhalil als Yassin, Aysha Shahalthough als Vera, Yaser Al Hadi als Fahed, Ban Halaweh als Layla

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