Hatufim – In der Hand des Feindes/Prisoners of War חטופים

Hatufim ist eine israelische Thriller-Serie aus dem Jahr 2010. Sie umfasst 2 Staffeln mit insgesamt 24 Folgen a 45 Minuten.

Thema: Nach 17 Jahren Gefangenschaft kehren drei israelische Soldaten in ihre Heimat zurück

©️Channel 2

Als Homeland erschien, wurde immer wieder publiziert, dass die Handlung entfernt auf einem israelischer Serienerfolg basiert. Aus diesem Grund wurde ich neugierig und entschied mich für eine Sichtung. Da dies meine erste Fernsehproduktion aus dem israelischen Bereich ist, hatte ich keine Erwartungen und ließ mich von dem Drama treiben.

Worum geht es in Hatufim?

17 Jahre lang hielt die Hisbollah im Libanon die israelischen Soldaten Amiel, Uri und Nimrod gefangen. Durch einen Gefangenenaustausch kehren zwei der drei Männer nach Israel zurück. Vor Ort müssen sie mit den drastischen Veränderungen in ihren Familien und den Nachwirkungen der jahrelangen Folter klarkommen, während die Öffentlichkeit sie zu Heldenfiguren erhoben hat.

Lohnt sich die Serie?

Ja, ja und ja! Definitiv! Tatsächlich war ich erst äußerst skeptisch, weil ich mit Homeland so einige Probleme hatte. Jedoch musste ich schnell feststellen, dass alle unliebsamen Elemente aus der amerikanischen Serie nicht in der Originalserie vorhanden sind. Zudem fand ich das Verhältnis Israeli/Palästinenser interessanter in der Aufarbeitung als US-Soldat/Araber.

Die ganze Geschichte ist sehr ruhig erzählt und wird dabei nie langweilig. Die Probleme der einzelnen Charaktere werden mit nötigem Ernst aufgegriffen und beleuchtet.

Insgesamt ist die Serie in die drei Geschichten der Soldaten gegliedert. Nimrod kommt aus der Gefangenschaft zu seiner Frau Dana und seinen beiden Kindern zurück. Dana hat in seiner Abwesenheit stark für seine Freilassung gekämpft und hat Probleme einen neuen Lebenssinn zu finden, während Nimrod mit den Traumata seiner Folter kämpft. Das Verhältnis zu seinen Kindern gestaltet sich auch äußerst schwierig, da sie ihm wie Fremde erscheinen. Die Betrachtung dieser Familiendynamik ist unheimlich spannend und bedrückend zugleich, da man ebenfalls keinen Rat hat wie man die Situation leichter gestalten kann.

Der zweite Handlungsstrang dreht sich um den Rückkehrer Uri. Diesen hatte es während der Folter am härtesten getroffen und konnte sich selbst nur am Leben halten durch den Gedanken an seine Verlobte Nurit. Nach seiner Ankunft in Israel muss er jedoch feststellen, dass diese mittlerweile mit seinem Bruder verheiratet ist und einen Sohn hat. Seine Einsamkeit gepaart mit seinen schmerzlichen Erinnerungen gestaltet seinen Alltag als äußerst schwer und verzwickt. Mir hat dieser Handlungsstrang am besten gefallen, obwohl er auch die größte Tragik bietet. Insbesondere Nurit und ihre Taten bleiben einem ins Gedächtnis, weswegen sie meine Lieblingsfigur in der Serie war.

Der letzte Handlungsstrang dreht sich um den verschwunden bleibenden Amiel. Dieser ist in der ersten Staffel lediglich in Rückblicken in der Zeit der Gefangenschaft zu sehen. Seine Figur und die mit ihre verbundenen Mysterien werden erst in der zweiten Staffel genauer betrachtet und gelöst. Zu Beginn steht seine Schwester Yael im Vordergrund, die nicht damit klarkommt, dass Amiel verschwunden bleibt. Sie hat ihr Leben komplett auf seinen Ersatz ausgerichtet und erhält professionelle Unterstützung von einem Psychologen. Ihre Charakterisierung und wirken sind ungemein human und nachvollziehbar. In der ganzen schweren Situation erscheint sie am greifbarsten und man hofft mit ihr auf ein baldiges Wiedersehen.

Fazit

Die ganze Serie bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau und bietet ein klares Hebräisch. Das Drehbuch und die Inszenierung sind qualitativ unglaublich sehenswert. Die gezeigten Bilder begeistern und vermitteln ein umfangreiches Bild über das Leben und den Alltag eines israelischen Bürgers. Die ganzen nationalen Bestimmungen und die starke Rolle des Militärs fand ich ungemein spannend zu sein. Zudem ist das rätseln um Amiels Person unfassbar spannend. Man fragt sich die ganze Zeit selbst, ob er übergelaufen ist oder nicht. Das ist schwer einzuschätzen, weil seine Darstellung nicht greifbar ist. Die Musik zur Serie ist unheimlich passend und das Titellied ist wirklich wunderschön. Aus diesen Gründen gebe ich klare 8/10 Punkte.

Hatufim eignet sich wunderbar für Freunde politischer Dramen wie bei The Honourable Woman oder Deutschland 83.

Darsteller: Yoram Toledano als Nimrod Klein, Ishai Golan als Uri Zach, Assi Cohen als Amiel Ben Chorin, Yael Abecassis als Talia Klein, Mili Avital als Nurit Halevi-Zach, Adi Ezroni als Yael Ben Chorin

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