Generation Kill

Generation Kill ist eine US-amerikanische Dramaserie aus dem Jahr 2008. Sie hat insgesamt 7 Folgen a 70 Minuten. Sie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Evan Wright.

Thema: Rolling Stone-Reporter begleitet Soldaten im Irak-Krieg

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©️HBO

Generation Kill gehört zu den absoluten Herzstücken meiner Seriensammlumg. Ich wollte diese Serie schon so lange sehen und kam nie daran. Mein Mann bemühte sich mehrere Male an die Sendung für mich zu kommen, doch es sollte nie sein. Eines Tages gingen wir in Kopenhagen shoppen und da lag sie im Schaufenster als Tagesangebot aus. Ich war so überglücklich und machte mich daheim gleich ans Schauen. Immerhin hatte ich über die Zeit eine recht hohe Erwartungshaltung aufgebaut.

Worum geht es in Generation Kill?

Generation Kill basiert auf einer wahrer Begebenheit und schildert die Erfahrungen eines Rolling Stones-Journalisten während der Invasion des Iraks im Zuge des dritten Golfkrieges. Er begleitete eine Einheit amerikanischer Marines in der Funktion als ziviler Berichterstatter. Die Serie erstreckt sich über eine Zeitspanne von insgesamt 45 Tagen. Sie beginnt als die Einheit von Kuwait in den Irak einmarschiert und endet mit deren Abreise in Bagdad.

Lohnt sich die Serie?

Absolut ja! In meinen Augen gehört dieses Drama zu den Kriegsserien, die man gesehen haben sollte. Dafür gibt es mehrere Gründe. Der unwichtigste ist auf jeden Fall der unglaublich vielseitige Cast, der das Herz eines Serienjunkies nur höher schlagen lassen kann. Etliche Schauspieler sind einem bereits aus anderen Formaten sehr gut bekannt. Alexander Skarsgård, Lee Tergesen, Jon Huertas und Wilson Bethel sind nur einige wenige Beispiele für die Vielseitigkeit der Darsteller.

Die Serie wirft einen ernsten und vor allem ungeschönten Blick auf die Ereignisse im Irak im Jahr 2003. Dabei schafft sie die Darstellung eines realistischen Bildes und verzichtet auf den bekannten pathetischen Blick, den man aus den meisten amerikanischen Kriegsfilmen kennt. Spannend allein ist schon die Disposition. Während der Invasion hatten die Marines theoretisch die Aufgabe, Stellungen der irakischen Streitkräfte auszumachen und deren Position weiterzugeben. In der Praxis sah die Situation jedoch häufig anders aus. Unaufhörlich wurde die Einheit unvorbereitet in Situationen geschickt für die sie weder ausgebildet noch ausgerüstet waren. Das hatte meist Frontalangriffe auf unbekannte Siedlungen und feindliche Stellungen mit ungepanzerten Geländefahrzeugen zur Folge. Das Trauerspiel dieser Situation macht die Serie wunderbar deutlich. Alles erscheint unorganisiert und unsicher. Auf die Leitung ist kein Verlass und jeder muss vor Ort stets den Rücken seines Nebenmannes freihalten. Die Darstellung der Kameraderie ist sehr gut und bringt auch wenige glückliche Momente zu Tage.

Am besten fand ich den Umgang mit den Emotionen der Soldaten. Sie leisten ihre tägliche Arbeit, wie es von Ihnen erwartet wird und sehen aus erster Reihe die Leiden des Krieges. Oftmals kommen sie zu Einsätzen anderer Einheiten dazu oder erreichen danach. Dabei zeigt sich mehr als einmal, dass die Opfer des Krieges weniger irakische Soldaten, sondern häufig unschuldige Frauen und Kinder, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Dieses ehrliche Bild zeigt auch die Sinnlosigkeit des Krieges auf und lässt einen bald an den Motiven der Regierung zweifeln.

Die Kulissen sind auf einem gewohnt hohem Niveau und sparen nicht am Budget. Alles ist realistisch aufgebaut von der Umgebung bis hin zur Ausrüstung. Die Schauspieler leisten tolle Arbeit und überzeugen mit der Darstellung ihres inneren Kampfes. Die Brutalität und Ungerechtigkeit des Kampfes wird für beide Parteien deutlich aufgezeigt und zeigt weitestgehend ein neutrales Bild. Insbesondere diese Objektivität hat mir sehr gut gefallen. Die Soldaten werden nicht auf ein Podest gehoben, sondern funktionieren einfach nur von Tag zu Tag. Dabei sind sie gezwungen Befehle auszuführen, die sie selber nicht unterstützen.

Fazit

Generation Kill ist wahrhaftig eine fantastische Dramaserie und bewegt sich auf einem hohen Niveau. Sie zeigt ungeschönt die Schattenseiten des Krieges auf und jagt einem oftmals eine Gänsehaut hervor. Es gab auch einige Momente, die mir die Tränen hervorgebracht haben, weil ich diese Ungerechtigkeit einfach nicht ertragen konnte. Die undankbare Rolle der Marines wird immer wieder deutlich und zeigt neben der Verurteilung des Krieges auch eine ganz eigene Abgestumpftheit auf. Obwohl ich in meinem Herzen ein Pazifist bin, sollte man diese Anti-Kriegsserie wirklich gesehen haben. Meine lange aufgebauten Erwartungen wurden erfüllt und ich habe sie seitdem auch mehr als einmal gesehen. Insgesamt gebe ich ehrliche 9/10 Punkte.

Generation Kill eignet sich gut für Zuschauer, die sich dem ernst des Krieges stellen wollen. Ähnliche Serien wären Band of Brothers und The Pacific, die jedoch wieder mehr mit dem amerikanischen Patriotismus glänzen.

Darsteller: Alexander Skarsgård (True Blood, Pretty Little Liars) als Sgt. Brad „Iceman“ Colbert, James Ransone (Treme, Mosaic) als Cpl. Josh Ray Person, Lee Tergesen (Oz, The Purge) als Evan „Scribe“ Wright, Jon Huertas (Castle) als Sgt. Antonio Espera, Stark Sands (Six Feet Under, Minority Report) als Lt. Nathaniel Fick, Billy Lush (The Chicago Code, Revolution) als Lance Cpl. Harold James Trombley, Wilson Bethel (Hart of Dixie) als Cpl. Evan „Q-Tip“ Stafford

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