Tote Mädchen lügen nicht/13 Reasons Why

13 Reasons Why ist eine US-amerikanische Serie aus dem Jahr 2017. Sie umfasst aktuell 26 Folgen in zwei Staffeln a 45 Minuten. Die dritte Staffel soll dieses Jahr noch erscheinen. Die Sendung basiert auf der gleichnamigen Buchvorlage von Jay Asher.

Thema: Selbstmord einer Schülerin und ihre 13 Gründe für die Tat

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©️Netflix

Als ich zum ersten Mal von der Serie gehört habe, fand ich die Prämisse sofort spannend. Aus diesem Thema ergeben sich vielfältige Möglichkeiten des Umgangs und der Umsetzung. Da ich zum Zeitpunkt des Erscheinens noch kein Netflix hatte, begnügte ich mich erstmal die Buchvorlage zu lesen. Diese fand ich jedoch eher ernüchternd und deutlich oberflächlicher als erwartet. Trotz meiner Enttäuschung beschloß ich die Serie zu Sichten, nachdem ich die Möglichkeit bekommen hatte.

Worum geht es in 13 Reasons Why?

Der schüchterne Clay erhält eines Tages ein Paket mit 13 besprochenen Kassetten. Als er beginnt sie zu hören, muss er mit Schrecken feststellen, dass sie von seinem Schwarm Hannah sind. Diese hatte sich kurz davor das Leben genommen. Als letztes Zeugnis erläutert sie hier ihre vollständigen 13 Gründe für ihren Suizid und macht deutlich, dass jeder der die Aufnahme bekommt einer von ihnen ist.

Lohnt sich die Serie?

Die Serie schlägt eine ganze andere Gangart als das Buch ein. Sie ist deutlich ruhiger und detaillierter konstruiert. Die Schauspieler in den einzelnen Rollen haben mir sehr gut gefallen. Die Interaktion war fantastisch.

Natürlich ist die Ausgangslage der Geschichte eine wenig freundliche und erfreuliche. Neben den eigenen Alltagsproblemen müssen die Protagonisten auch mit der Schuld in Bezug auf Hannahs Schicksal leben oder sich gänzlich der Verdrängung hingeben. Jede Episode folgt dabei dem Schicksal eines Beschuldigten. Dabei weichen die Gründe von „kleinen Stichen“ zu grundlegenden Straftaten hin und her. Die Serie vermittelt dadurch Spannung und wirft ethische Fragen auf. Dabei ist es sehr gut, dass man das Geschehen aus der Perspektive von Clay sieht, da für ihn diese Zusammenhänge ebenfalls neu sind.

Die Produktion ist auf einem gewohnt amerikanisch hohen Niveau. Die Kulissen und die Ausstattung sind einwandfrei. Die Schauspieler sind sehr gut gecastet und überzeugen in ihren Rollen. Man wütet und leidet mit Ihnen mit. Der Soundtrack ist fantastisch. Die Stimmung ist schwankt zwischen freudig und melancholisch. Um das zu unterstreichen, wurde viel mit der Beleuchtung gearbeitet. Das hat mir sehr gut gefallen.

1. Staffel

In der ersten Staffel erfahren wir Hannahs Geschichte und welche Augenblicke zu ihrem Suizid geführt haben. Dabei lernen wir alle „Schuldigen“ kennen und sehen mehr oder weniger ihren Umgang mit der Situation. Dabei gibt das Gruppenverhalten eine wunderbare psychologische Studie ab. Ethische Fragen werden aufgeworfen und näher erläutert. Die Rolle von Hannah muss der Zuschauer für sich selber klären. Ich denke, dass genau das das gefährliche an dem Sichten ist. Erwachsene können die Elemente wunderbar separieren. Jugendliche könnten dabei allein Probleme haben. In der ersten Staffel haben mir am besten die Geschichten um Alex und Jessica gefallen.

2. Staffel

In der zweiten Staffel geht es um die Zeit nach ihrem Suizid und dem Bekanntwerden der Kassetten. Im Fokus steht ein Gerichtsprozeß, der nachweisen soll, dass Hannah von ihrer Umgebung zu ihrem Suizid getrieben wurde. Hauptschuld soll in diesem Fall die Schule tragen. Durch die Verhöre und den weiteren Verlauf des Geschehens lernen wir eine andere Seite von Hannah kennen und verstehen das Leben in Grauzonen. Spannend ist Charakterentwicklung der einzelnen Figuren. Meine Lieblinge in der zweiten Staffel waren auf jeden Fall Justin und Tyler. Beide für sich schon tragische Persönlichkeiten. Mir hat das Zusammenspiel von Clay und Justin unheimlich gut gefallen und fand das Finale sehr interessant, da es die Brücke zum nächsten Tabu-Thema schlägt.

Fazit

Insgesamt betrachtet, hat mir die Serie sehr gut gefallen. Vielleicht liegt es an meinem Alter, dass ich die angesprochenen Themen wichtig in der Verarbeitung finde. Das nach der Veröffentlichung der Serie eine Suizidwelle unter amerikanischen Jugendlichen begann, finde ich tragisch und nur bedingt nachvollziehbar. Jeder, der die Serie versteht, kommt zu dem Schluß, dass Selbstmord keine Lösung ist. Vielmehr wird deutlich, Hannah hätte auch weitere Handlungsoptionen gehabt. Doch die Uhr kann man nicht zurück drehen.

Ich freue mich sehr auf die dritte Staffel und hoffe auch in diesem Fall, dass die Serie ihr bisheriges Niveau halten kann. Gerade in Zukunft wird es schwerer werden einen roten Faden aufrecht zu erhalten. Ich gebe sehr gerne 8/10 Punkte.

13 Reasons Why ist eine kontroverse Serie, die auch gut geeignet ist für Freunde von You und Élite.

Interessierte können die Serie nur auf Netflix streamen.

Darsteller: Dylan Minnette (Saving Grace, Scandal) als Clay Jensen, Katherine Langford als Hannah Baker, Kate Walsh (Private Practice) als Olivia Baker

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