Preacher

Preacher ist eine US-amerikanische Fernsehserie aus dem Jahr 2016 mit aktuell 33 Folgen in 3 Staffeln in 55 Minuten. Die vierte Staffel wird im Frühjahr 2019 gedreht.
Thema: Ein Vampir, ein Priester und dessen Ex suchen nach Gott
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©️AMC

Diese Serie habe ich grundlegend unterschätzt. Vor einigen Jahren habe ich nach einer Sendung gesucht, die sich dem Thema Dämonen widmet. Beim shoppen stieß ich dann auf Preacher und Outcast. Beide wanderten auf der Stelle in meinen Einkaufskorb. Während ich Outcast sofort sichtete, schob ich Preacher auf, da ich an der Grundprämisse weniger Interesse hatte. Obwohl diese Serie als stärker in der allgemeinen Meinung erschien, vergaß ich ihre Existenz im Schrank. Das änderte sich dieses Jahr grundlegend und ich hatte ein Déja Vu als ich mir die Frage stellte: „Warum sind immer genau die Serien fantastisch, die ich ungewollt Ewigkeiten im Schrank verrotten lasse?“ Doch beginnen wir mit dem Anfang.

Worum geht es in Preacher?

Jesse Custer ist ein ehemaliger Kleinkrimineller, der als Priester die Arbeit seines verstorbenen Vaters eher halbherzig weiterführt. Eines Tages fährt eine unbestimmte Macht in ihn, die es ihm ermöglicht den Willen anderer zu steuern. Neben der neuen Fähigkeit und ihren Vorzügen freundet er sich mit einem hedonistischem Vampir an. Als auch noch seine Ex ins Spiel kommt, überschlagen sich die Ereignisse. Gott muss her!

Lohnt sich Preacher?

Da ich kein übermäßiger Freund von Comic-Verfilmungen bin, war ich erst skeptisch. Doch das legte sich beim Sichten recht schnell. Zwar beginnt die Serie erst in einem ruhigen Stil mit ernstem Setting, doch das ist nur der Anfang. Immer wieder wird diese Stille von heftigen Stilbrüchen erschüttert. Aus dem nichts feuern surreale Ereignisse und urkomische Situationen drauf los. Immer wenn ich mich an den ruhigen Stil gewöhnt hatte, kam ein so grandioser Gag um die Ecke, dass ich lautstark loslachen musste. Der Humor ist in jedem Fall fantastisch.

Jesse Custer kommt am Anfang wie eine gescheiterte Existenz daher. Doch mit der neuen Fähigkeit wächst auch sein Ego. Er ist nicht vollends sympathisch durch seine Vergangenheit und seine zeitweiligen Aussetzer. Jedoch wird er mit dem Fortschreiten der Serie zum Anker und noch wichtiger zur „normalen“ Identifikationsfigur. Spätestens als Humperdoo auf der Bildfläche erschienen ist, liebte ich Custer und seine trockene Reaktion sehr.

Jeder, der Preacher schaut, liebt Cassidy. Da bin ich auch keine Ausnahme. Dieser schnoddrige irische Vampir ist mir bereits seit seiner ersten Szene ans Herz gewachsen und das blieb bis zum Schluss der Fall. Er hat den besten Akzent, die besten Witze und die bizarrste Geschichte. Selbst wenn mir das Thema der Serie nicht gefallen würde, könnte ich mir vorstellen die Sendung trotzdem wegen Cassidy zu schauen. Zudem mag ich den Schauspieler sehr gerne. Seine Performance als Woody in This is England ist unvergessen.

Tulip ist das eigentliche Badass der Serie und amüsiert mit ihrem Spiel. Für mich war es spannend die Schauspielerin in dieser Rolle zu erleben, da ich sie bis dato nur aus Love/Hate als schüchternen Loveinterest kannte. Doch ich wurde überzeugt und schloss ihren Charakter recht schnell ins Herz.

Herr Starr und Eugene sind liebevoll konstruierte Nebencharaktere, die man wirklich erwähnen muss. Das erstaunliche ist tatsächlich, dass ich alle Figuren toll fand. Keiner hat mich genervt oder nicht interessiert. Somit sehr gelungen.

Die Geschichten der einzelnen Staffeln sind erstklassig. Ich möchte garnicht Zuviel davon sagen, da es viel besser kommt, wenn die Wendungen einen kalt erwischen. Das Setting und die Kulissen sind klasse. Die Inszenierungen und die Musik sind perfekt abgestimmt. Die Serie vermag wirklich zu begeistern. Schaut sie euch an!

Fazit

Preacher ist eine fantastische Serie, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. Sie überzeugt mit einer irrationalen Geschichte und noch skurrileren Charakteren. Die Action und der Humor sind ein großes Plus dieser Serie. Was mir jedoch nicht gefallen hat, war der Teufel in der Optik. Das ist jedoch der Comic-Vorlage geschuldet. Dennoch sollte man diese polarisierende Serie gesehen haben. Die macht ordentlich Spaß und kassiert deswegen ganze 9/10 Punkte. Ich freue mich schon auf die vierte Staffel und hoffe, dass die Show ihr Niveau halten kann.

Preacher eignet sich wunderbar für Menschen mit einem schwarzen Humor wie bei Misfits oder Lucifer.

Darsteller: Dominic Cooper (Down to Earth, Marvels Agent Carter) als Jesse Custer, Joseph Gilgun (This is England, Misfits) als Cassidy, Ruth Nega (Love/Hate, Marvels Agents of S.H.I.E.L.D.) als Tulip O’Hare, Ian Colletti als Eugene Root, Pip Torrens (Poldark, The Crown) als Herr Starr

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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Wortman sagt:

    Cassidy ist der Hammer und Herr Starr ist auch klasse.
    Wo ich am Boden gelegen habe, war die Erklärung, warum Hitler den 2. Weltkrieg angefangen hatte, die Hölle allgemein und natürlich G mit seiner Motorradbraut 🙂
    Nicht zu vergessen: Der Humperdoo 😆

    Gefällt 1 Person

    1. Carli Sun sagt:

      Jap, stimme ich zu. 👍

      Und Jap, die Begründung fand ich auch klasse. So nahe am Leben…

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      1. Wortman sagt:

        Was Kuchen und Kunst so anrichten können 😆

        Eigentlich waren alle Charaktere irgendwie geil in der Serie. Selbst die Beiden mit ihrem Telefon nach oben 🙂

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      2. Carli Sun sagt:

        Ja, das stimmt. Die beiden Engel haben mir den größten Lachkrampf in der ersten Staffel verschafft. Ich sage nur Hotel und Seraphim-Beseitigung.

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      3. Wortman sagt:

        Aber sowas von 🙂 🙂 🙂

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