Familie Braun

Familie Braun ist eine deutsche Dramedy-Serie des ZDF von 2016. Sie hat insgesamt 8 Folgen a 5 Minuten.

Thema: Nazi muss sich um seine schwarze Tochter kümmern

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©️ZDF

Als ich das erste Mal von der Serie gehört habe, war bereits mein Interesse geweckt. Das Thema fand ich spannend und ich war neugierig wie die Umsetzung erfolgen würde. Tatsächlich bietet die Problematik viel Spielraum sich in die verschiedensten Richtungen zu entwickeln. Wird zu lasch oder zu streng damit umgegangen? Funktioniert die Sozialkritik? Wird es auch nicht zu sehr ins Lächerliche gezogen? All diese Punkte ließen mich eine gewisse Erwartungshaltung entwickeln. Nicht zuletzt, weil die Serie auch als eine kleine Skandalveröffentlichung von Seiten des ZDF gesehen wurde.

Worum geht es in Familie Braun?

Die beiden Neonazis Thomas und Kai wohnen gemeinsam in einer WG und zelebrieren täglich ihre politische Gesinnung auf unterschiedlichen Wegen. Eines Tages steht ein ehemaliger One Night Stand von Thomas vor der Tür. Sie erzählt ihm, dass ihr Vergnügen vor sechs Jahren Früchte getragen hat und das Ergebnis seine Tochter Lara sei. Da sie selbst nach Eritrea abgeschoben wird, soll sich der Papa jetzt um das schwarze Mädchen kümmern. Nach dem ersten Schock reagieren die beiden Männer unterschiedlich auf diese Neuigkeit. Während Thomas eine Beziehung zu Lara aufbauen will, ist er gezwungen seine Ideologie zu hinterfragen. Kai hingegen will die Lütte nur noch loswerden.

Lohnt sich die Serie?

Bei der kurzen Laufzeit ist es fast unerheblich, da sie sich schnell wegguckt. Das Thema ist es auf jeden Fall wert zu schauen. Die drei Hauptdarsteller machen ihre Arbeit gut. Sie vermitteln sowohl ernst als auch viel Humor. Dabei liefern sie sich ein sehr interessantes Kammerspiel.

Insbesondere die Figur des Thomas wächst einen ans Herz. Tatsächlich fragt man sich warum er überhaupt ein Neonazi ist. Er wirkt nicht so versessen darauf, sondern eher wie ein Mitläufer. Es ist schön zu sehen, wie er langsam Gefühle für seine Tochter entwickelt und seinen bisherigen Lebensstil hinterfragt. Ein Highlight dieser Entwicklung ist das Treffen mit Laras Lehrer.

Die kleine Lara ist eine kecke, intelligente Grundschülerin. Auch wenn sie Sachverhalte gut analysieren kann, versucht sie in allem das Beste zu sehen und jedem entgegen zu kommen. Die Schauspielerin spielt fantastisch und es ist eine wahre Freude ihr zuzusehen.

Der dritte im Bunde ist der Kai. Er vereint sowohl die ernsten als auch die ungewollt komischen Szenen und weigert sich sich weiterzuentwickeln. Wenn man es genau nimmt, ist er eine tragische Figur durch seine Ignoranz. Doch das Karma schlägt auch bei ihm zu.

Insgesamt betrachtet, ist die Serie sehr kurzweilig und erfüllt ihren erzieherischen Aspekt. Es wird schnell deutlich wie unsinnig es ist Unterschiede bei Hautfarben und Kulturen zu machen. Alle Menschen sind gleich und das sollte man auch akzeptieren. Die rechte Ideologie wird als genau das entlarvt was sie auch ist: Unsinn. Aus diesem Grund kann man sich die Serie entspannt ansehen. Auch wenn sie in meinen Augen keinen Skandal repräsentiert, sondern nette Vorabendunterhaltung. Von mir gibt es entspannte 7/10 Punkte.

Interessierte können die Serie in der ZDF- Mediathek finden oder auf Netflix streamen.

Darsteller: Edin Hasanović (You Are Wanted) als Thomas Braun, Vincent Krüger (GZSZ) als Kai Stahl, Nomie Laine Tucker als Lara

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. blaupause7 sagt:

    Die Serie habe ich tatsächlich in einem Rutsch durchgeschaut und fand die erfrischend. Besonders die Szene, in der die Kleine das Poster mit dem Konterfei des „GröFaZ“ verschönert oder sie fragt, warum der so böse schaut.

    Gefällt 1 Person

    1. Carli Sun sagt:

      Ja, das fand ich auch schön. Allgemein spielt die Lütte sehr Keck und liebenswert. Das hat mir gut gefallen. Die Folge mit dem Lehrer fand ich auch bittersüß insbesondere auf die Charakterentwicklung von Thomas.

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